Seis-Member

Das Seis-Member besteht aus einer Wechsellagerung von Kalken und rotbraunen Mergeln zum Teil auch Kalkmergeln. Insbesondere in den oberen Kalken können Oolithe und Schill-Lagen, die Megarippel aufweisen können, auftreten. Vereinzelt sind auch siltige Mikrite vorhanden. Das Ablagerungsmilieu ist subtidal. Gegenüber dem Andraz-Horizont ist es zu einer Transgression Info gekommen. Die Strömungsenergie hat im Laufe der Sedimentation zugenommen, wie die Oolithe und Schill-Lagen belegen. An der Basis des Members herrschen sauerstoffarme Bedingungen vor. Bereits im unteren Teil steigt der Sauerstoffgehalt im Meerwasser wieder an und bleibt im restlichen Seis-Member auf „normalem” Niveau. Das Seis-Member hat eine Mächtigkeit von 90 – 100 m.Möbius gibt als Schichtmächtigkeit nur 20 – 40 m an. [Möbius 1997]

An Makrofossilien dominieren Lamellibranchaten sowie Gastropoden. Charakteristisch für das Seis-Member ist die lamellibranchate Molluske Claraia clarai. In einzelnen Lagen tritt sie so häufig auf, dass sich regelrechte „Muschelpflaster” bilden. Von der Basis bis zur Mitte des Members ist eine Zunahme der Spurenfossilien sowohl in der Menge als auch in der Art zu verzeichnen. Gleichzeitig nimmt die Diversität und Größe der schalentragenden Fauna, insbesondere von Claraia, zu. Insgesamt gesehen ist die Fauna zwar sehr reich an Individuen, aber arm an verschiedenen Arten. Typische flachmarine Lebewesen wie z.B. Crinoiden und Ammoniten fehlen. Trotz Verbesserung der Lebensbedingungen u.a. durch die Erhöhung des Sauerstoffgehaltes zeigt sich so, dass sich die Fauna noch nicht wieder erholt hat. Conodonten, Foraminiferen und Fischreste stellen den Hauptteil der Mikrofossilien.

Mit dem Seis-Member verbessert sich die Aufschluss-Situation im Kartiergebiet deutlich, da nun auch im mittleren Bereich Aufschlüsse vorhanden sind. Morphologisch setzt sich das Seis-Member vom Andraz-Horizont durch Ausbildung einer Steilstufe ab. Diese Grenze liegt auf einer Höhe von 2110 m ü.NN. Über dieser Steilstufe wird das Relief etwas flacher, bleibt aber deutlich steiler als beim Andraz-Horizont. Dieser flache Abschnitt geht mit Beginn des Gastropoden-Oolithes bei 2200 m ü.NN erneut in eine Steilstufe über (Abb. 6.9). Die Schichtenfolge des Members hat somit eine Mächtigkeit von 90 m.

a) Seis-Member: Fossilien der Gattung Claraia (Aufschluss 11)b) Seis-Member: Fossilien der Gattung Claraia (Aufschluss 11)
c) Seis-Member: Grainstone mit Gastropoden, Mollusken und Ooiden
Abbildung 6.12:
Seis-Member;
a,b) Fossilien der Gattung Claraia (Aufschluss 11);
c) Grainstone mit Gastropoden, Mollusken und Ooiden

Das Seis-Member besteht aus einem Wechsel an Kalkbänken und Mergel- bzw. Kalkmergellagen. An der Basis wechsellagern Kalkbänke und Kalkmergel, wobei die Kalkbänke deutlich dominieren. In diesem Bereich kommt es zur Ausbildung einer mehrere Meter hohen Steilstufe. Zum Top hin nimmt der Kalkanteil in den Mergeln deutlich ab, primär am obersten Bereich treten Tonmergel auf. Siltlagen treten vereinzelt im oberen Teil des Members auf, im unteren fehlen diese komplett. Über das ganze Member verteilt treten Grainstoneschichten und Schill-Lagen auf. Die Mächtigkeit der Kalkbänke variiert von wenigen Millimetern bis in den Dezimeterbereich hinein. Die Grainstone- und Schillbänke können bis zu 30 cm mächtig werden. Die einzelnen Mergellagen sind meist nur wenige Millimeter mächtig. Mehrere Mergellagen bilden in der Regel Bänke von 10 – 15 cm Mächtigkeit. (Abb. 6.13) Die einzelnen Kalkbänke sowie die einzelnen Mergellagen lassen sich nicht immer einfach trennen, da die Schichtoberfläche nicht immer deutlich ausgeprägt ist. Die Kalkbänke weisen meist eine hellgraue bis graue Färbung auf. Bei den Kalkmergeln dominieren die selben Farben. Mit zunehmenden Tonanteil geht die Färbung über graubraun (Mergel) ins rötlichbraune (Tonmergel) über. Die Siltlagen haben eine rötliche Farbe und weisen meist einen gut sichtbaren Glimmeranteil auf. Auch die Tonmergel weisen zum Teil, insbesondere in Nähe der Siltlagen, einen sichtbaren Glimmeranteil auf. Der Glimmeranteil ist aber deutlich geringer als im Campill-Member. Die Schill- und Grainstonelagen haben eine ockerfarbene bis gelblichgraue Färbung (Abb. 6.13b). Angewittert zeigen fast alle Schichten eine grauockerfarbene bis rötlichockerfarbene Färbung. Im gesamten Member treten Fossilien auf, nur wenige Partien sind fossilienfrei. Primär treten Mollusken (Abb. 6.12a, 6.12b) auf. Die Schill-Lagen bestehen vorwiegend aus Molluskenschalen. Auch die von Bosellini beschriebenen „Muschelpflaster” sind vorhanden. Insbesondere in den Grainstones treten Gastropoden massenhaft auf. In einigen Grainstones sind auch Ooide vorhanden (Abb. 6.12c). Auf etlichen Schichtflächen sind fossile Spuren von Bioturbation Info zu finden. An Sedimentstrukturen fallen insbesondere in den nördlichen Aufschlüssen (siehe Profil M und Profil N) im unteren Bereich Rippelmarken auf.

a) Seis-Member: Kalk-Mergel-Wechsellagerung (Aufschluss 13)b) Seis-Member: Kalk-Kalkmergel-Wechsellagerung, wobei die Kalkbänke deutlich dominieren. Im unteren Bereich ist eine ockerfarbene Schill-Lage aufgeschlossen. (Aufschluss 12)
Abbildung 6.13:
Seis-Member;
a) Kalk-Mergel-Wechsellagerung (Aufschluss 13);
b) Kalk-Kalkmergel-Wechsellagerung, wobei die Kalkbänke deutlich dominieren. Im unteren Bereich ist eine ockerfarbene Schill-Lage aufgeschlossen. (Aufschluss 12)

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